Freitag, Mai 21st, 2010...09:27

Debatte um Elektroauto-Förderung

Kommentare

Elektroautos sind doch gefragter, als angenommen: In den USA gibt es zum Beispiel tausende Vorbestellungen für den Leaf, das Elektroauto von Nissan. Viele US-Bürger wollen elektrisch fahren. In Deutschland sind nun erneute Debatten um die staatliche Förderung von Elektroautos entfacht.

Schon 8.000 Amerikaner haben in den USA den Leaf vorbestellt, und das innerhalb von nur neun Tagen. Ab Ende diesen Jahres soll der Leaf im Handel erhältlich sein. Die große Nachfrage bestätigt den Bedarf an elektrischen Fahrzeugen. Viele US-Bürger wollen beim nächsten Autokauf ein Elektro-Fahrzeug erwerben.

In den USA wurden Elektroautos großzügig gefördert und umworben. Dadurch ist das Interesse der Verbraucher groß. Manche US-Bundesstaaten gaben bis zu 7.500 Dollar pro Fahrzeug aus, um den Umstieg auf Elektroautos zu beschleunigen. Aus diesem Grund ist der Leaf von Nissan in den Vereinigten Staaten im günstigsten Fall schon für 25.280 Dollar zu haben, das sind umgerechnet rund 18.700 Euro. Für ein Auto mit einer Reichweite von 160 Kilometern ist dies nicht gerade ein Schnäppchen, jedoch muss beispielsweise für einen halbwegs ausgestatteten VW Golf ein ähnlicher Preis gezahlt werden.

Den deutschen Verbrauchern bleibt der Elektrowagen von Nissan bis aufs erste vorenthalten. Denn der Leaf wird ab Ende 2010 nur in Großbritannien, Irland, den Niederlanden sowie in Portugal erhältlich sein. In Großbritannien wird es ein eher teures Vergnügen, den selbst mit der staatlichen Förderprämie in Höhe von 5.000 Pfund kostet Nisssans Elektroauto die Britten noch stolze 23.350 Pfund, umgerechnet 27.500 Euro. Die umweltbewussten Autofahrer in Deutschland müssen sich noch bis Ende 2011 gedulden. Denn der Automobilkonzern Nissan bringt seinen Leaf nur in Lädern auf den Markt, die eine staatliche Förderung für Elektroautos haben. Eine derartige Förderprämie fir den Kauf eines Elektrofahrzeuges gibt es in der Bundesrepublik bislang nicht.

Experten und Kenner der Automobilbranche fordern die Bundesregierung nun auf, mehr in für die Förderung von Elektroautos zu tun. Zur Zeit liegen die Kosten für ein Fahrzeug mit elektrisch betriebenen Motor um bis zu 15.000 Euro höher, als für ein Auto mit herkömmlichem Motor. Es kann vermutet werden, dass sich der Ruf nach staatlicher Förderung von Elektroautos in Deutschland in nächster Zeit noch verstärken wird.

Der Leaf von Nissan ist ein ganz besonderes Fahrzeug. Er ist einer der ersten elektronisch betriebenen Pkw, welcher von einem großen Automobilkonzern in Serie hergestellt wird. Darüber hinaus gehört das Unternehmen Nissan zu den Partnern in Daimlers Kleinwagen-Allianz und hat enge Beziehungen zum französischen Konzern Renault.

Bisher bringt der Leaf dem Konzern Nissan noch keinen Gewinn. Um einen Profit zu erreichen, müssten die Kosten für die Batterie gesenkt werden. Bislang liegen die Kosten für dieses teuerste Bauteil des Leaf bei 472 Dollar je Kilowattstunde. Mit steigender Stückzahl müssste der Preis für die Batterie deutlich fallen. Aus diesem Grund möchte Nissan bis Ende 2012 insgesamt 500.000 Stück seiner Elektromobile auf den Markt bringen.

Kommentar hinterlassen