Freitag, März 19th, 2010...08:59
Große Verluste durch Rabattschlacht
Nach wie vor hoffen die Versicherungen in der KFZ-Branche auf ein schnelles Ende der Rabattschlacht. Die Verluste im vergangenen Jahr lagen bei 700 Millionen Euro. Begründet ist dieses hohe Minus durch den enorm großen Kampf am Markt der Autoversicherungen. Nun müssen die Autofahrer in diesem Jahr mit steigenden Kosten für KFZ-Policen rechnen.
Des einen Freud ist des anderen Leid. Dieses Sprichwort trifft zur Zeit auf die Sparte der KFZ-Versicherungen zu. Während sich die Autofahrer über den drastischen Wettbewerb, den die Versicherer untereinander austragen, freuen, beklagen sich Gesellschaften selbstverständlich darüber. Frank Keuper, der AXA-Deutschland-Chef, sagte, dass der nominale Prämiensatz momentan dem Niveau Ende der sechziger Jahre entspricht. Wenn man die Inflationsrate heraus rechne, somit den Prämiensatz real angebe, werde der Prämienverfall noch deutlicher
Günstig wie keine andere Ware oder Dienstleistung
Für den Kunden habe sich dieser preisbereinigende Satz seit dem Ende der achtziger Jahre annähernd halbiert. Keine andere Dienstleistung oder Ware sei für den Konsumenten in den vergangenen Jahren so enorm günstiger geworden als die KFZ-Versicherung. Daher hätten die Versicherer im letzten Jahr insgesamt einen Verlust von 700 Millionen Euro hinnehmen müssen. Hierbei sind die Schäden und die Kosten einerseits und die Prämieneinnahmen andererseits gegenübergestellt. Auch die Kosten für Schäden sind in diesem Winter explosionsartig gestiegen. Begründet ist dies in der hohen Anzahl von Unfällen bei denen es auch nicht immer möglich war, dass die Schäden in Werkstätten, wie beispielsweise Carfit Schwedt, repariert werden konnten. Hierin sind allerdings keine Gewinne aus möglichen Kapitalanlagen enthalten. Laut Keuper ist vor allem die Vollkaskoversicherung zu einem großen Teil an dem versicherungstechnischen Verlust der KFZ-Versicherer beteiligt.
Chancen für Kehrtwende stehen günstig
Auch in diesem Jahr hofft die Branche auf eine deutliche Verbesserung des Marktes und auf die damit verbundene Kehrtwende. Bereits in der Vergangenheit wurde des öfteren mit dieser gerechnet, jedoch sanken die Prämien von Jahr zu Jahr weiter. Doch nun gibt es begründete Hoffnungen seitens der Versicherungen, da das Tarifniveau im Neu- und Ersatzgeschäft im laufenden Jahr um 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zugelegt. Ob der Trend jedoch so weitergeht, steht und fällt mit dem aktuellen Marktführer Huk-Coburg. Da diese Gesellschaft mit Abstand die niedrigsten Kosten hat, kann sie sich konkurrenzfähige Tarife am Markt leisten. Mittlerweile haben diese sogar den bisherigen Marktführer Allianz im Privatkundengeschäft vom Thron geworfen
Anstieg der Prämien
Gerade die Autofahrer bekommen das zu spüren. Beim Auto werden die Nebenkosten in diesem Jahr steigen und auch bei KFZ-Policen müssen sie tiefer in das Portemonnaie greifen. Der Trend geht mehr als eindeutig in die Richtung, dass die Prämien steigen werden. Aber viele Versicherer bessern im Zuge der teureren Prämien ihre Leistungen nach. In vielen Tarifen ist nun eine Neuwert- oder Kaufwertentschädigung enthalten. Dies bedeutet, dass der Autofahrer im Falle eines Totalschadens von der Vollkaskoversicherung den Kaufpreis eines Neuwagens oder auch Gebrauchtwagens erstattet bekommt. Auch der Schutz vor Marderbissen steigt. Jedoch sagt Tarifexpertin Höltring, dass echte Innovationen aber fehlen.
Kommentar hinterlassen